Bjørn Klauer: Mystischer Norden –
Die Stille jenseits des Polarkreises

144 Seiten, Format: 24,5 x 22,5 cm
dreisprachig (Deutsch, Englisch, Norwegisch)
ISBN: 3-930232-58-8
Verlag Deutschland: Travel Media
49,90 Euro

Eine Reise durch Nordnorwegen ist eine Reise in einer mystischen und grandiosen Landschaft. Kälte und Schnee versetzen die Natur in einen halbjährigen Winterschlaf, während das Nordlicht über den dunklen Himmel flackert. Ein in eine unendliche Stille gehülltes Land – bis im Frühling die Sonne alles wieder zum Leben erweckt.

Björn Klauer hat Nordnorwegen in mehr als 25 Jahren mit Schlittenhunden bereist. Mit der Kamera fing er das geheimnisvolle Licht des Nordens ein. Dieser Bildband erzählt vom Erleben der großartigen Natur jenseits des Polarkreises und ist zugleich Björn Klauers Liebeserklärung an seine neue Heimat.

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Das Buch

Vor über 20 Jahren lief ich im tiefsten Winter mit meinem Husky Keito eine kleine Straße entlang nach Osten. Wir befanden uns bereits mehrere hundert Kilometer nördlich des Polarkreises in etwa zwischen den Städten Narvik und Tromsø.

Je höher sich die schneebedeckte Straße in die Berge schraubte, je seltener kamen wir an Höfen vorbei. Schließlich endete sie abrupt und uns empfing eine einsame, tief im Schnee versunkene Bergwelt.

Hatte ich schon viel von der norwegischen Landschaft auf den letzten 2500 Kilometern meiner einjährigen Wanderung gesehen, so öffnete sich mir hier ein neues Reich.
Die unberührte, schroffe Bergwelt, die sich in dem warmen Licht der noch tiefstehenden Sonne so kurz nach der Polarnacht im Februar badete, verschlug mir den Atem. Unglaubliche, den gesamten Himmel bedeckende Farbverläufe, in zartestes Blau gehüllte Berge und von unten rot angestrahlte Wolkendecken verblüfften meine mitteleuropäischen Augen.

Schier endlos kamen mir die Bergketten und Täler vor. Einsamer als die Gegend um den Dividal Nationalpark zeigte sich mir Norwegen bisher noch nie. Die Eindrücke aus der spektakulären Landschaft und den für mich völlig ungewohnten Lichtverhältnissen des Februars begleiteten mich die folgenden Jahre.

Als ich - Jahre später - auf einem verlassenen Bergbauernhof hier meine neues Zuhause fand, eröffnete sich mir nach und nach eine weitere Dimension. Diese Dimension ist der in der Landschaft innewohnende, eigene Rhythmus. Der Schnee, der im November für sieben Monate die Landschaft einhüllt und die Natur zum Stillstand bringt. Die Polarnacht, die eine seltsame Ruhe über die Menschen und die Natur verbreitet. Die erste Sonne, die wie mit einem riesigen Jauchzer das erste Mal Ende Januar mit ihren Strahlen die Landschaft durchflutet.

Die riesigen Rentierherden, die aus den Wäldern im Osten zum Ende des Winters in die Berge gelangen. Und der Sommer, der kurz aber heftig alles in Bewegung versetzt und somit der Natur, den Tieren und Menschen eine Möglichkeit schafft, sich auf den nächsten, langen und harten Winter vorzubereiten.
Nach diesem immer wiederkehrenden Rhythmus leben alle, die von und mit der Natur leben. Die Natur bestimmt den Alltag. 

Dieses Licht und diesen Rhythmus habe ich versucht mit der Kamera einzufangen.

April 2007, Björn Klauer